Buchcover: Verletzlich ist das neue stark von Käthe Lachmann

Rezension: “Verletzlich ist das neue Stark” von Käthe Lachmann (Buch)

Die Basis-Infos:

  • Titel: Verletzlich ist das neue Stark
  • Autorin: Käthe Lachmann
  • Seiten: 192
  • Verlag: Gräfe und Unzer (www.gu.de)
  • Preis: 16,99

Inhalt:

In dem Buch von Käthe Lachmann, einer ehemaligen Komikerin, geht es um das sensible Thema der Verletzlichkeit. Sie erzählt uns von ihren eigenen Erfahrungen mit ihrer eigenen Verletzlichkeit im beruflichen als auch privaten Kontext und schildert dabei auf humorvolle Weise wie es ihr damals damit ergangen ist (und wie sie heute damit anders umgehen würde). Ziel des Buches ist dem Leser zu vermitteln, dass die eigene Verletzlichkeit keine Schwäche ist, sondern als Stärke genutzt und gelebt werden kann. In 192 Seiten verpackt spricht sie über die verschiedensten Themenbereiche, die zum einen Verletzlichkeit zu zeigen erfordern oder uns verletzlich machen können. Unter Anderem schreibt sie zum Beispiel über die Pubertät, über die Liebe und Beziehungen sowie den Umgang mit der eigenen Scham. Auch das Thema der Selbstliebe gehört zu den vielfältigen Themen dazu. Interviews mit Kollegen aus dem Comedy-Metier sind ebenfalls in dem Buch eingebunden, die dabei helfen das Thema Verletzlichkeit aus mehr als nur einer Perspektive zu betrachten und vor allem eines: nicht allzu ernst zu nehmen.

Lob & Kritik:

Käthe Lachmann behandelt den Großteil der im diesem Buch integrierten Themenbereiche vorrangig auf eine gewollt sehr lockere und lustige Art und Weise. Durch die humorvolle Leichtigkeit die in diesem Buch von Anfang an mitschwingt, während die Autorin von ihren eigenen Berührungspunkten mit den darin angesprochenen Themenbereichen erzählt, hat man das Gefühl, man würde einer guten Freundin bei einem Mädelsabend zuhören, die sich nicht allzu ernst nimmt. Dies fand ich in Anbetracht dessen, dass Käthe Lachmann teilweise wirklich schwierige Themen in diesem Buch angesprochen hat, ganz angenehm, denn so hatte man die Möglichkeit, sich ganz objektiv mit bestimmten Problemstellungen im eigenen Alltag auseinandersetzen ohne sich dabei automatisch in negativen Gefühlen zu verstricken. Eine erfrischende Abwechslung!

Negativ aufgefallen ist mir:

An so manchen Stellen empfand ich den Humor der Autorin und ehemaligen Komikerin etwas überzogen und teilweise sogar unpassend. Meinen Geschmack hat sie streckenweise leider überhaupt nicht getroffen, auch wenn sie in manchen Kapiteln durchaus amüsant sein konnte. Vor allem bemerkt ich aber, dass ihre Nebenbemerkungen oftmals sehr stereo-typisierend und unsensibel waren. Muss sowas in einem Buch in diesem Themengebiet wirklich sein?

Auch hatte ich teilweise das Gefühl, dass sie durch die häufig wirklich unpassende Einsetzung ihres Humors sich immer wieder in Widersprüchen verfangen hat, die sich für mich schon sehr nah an der Grenze zur Doppelmoral befunden hatten. So vernichtet sie zuvor getätigte, starke Aussagen zum Thema Körperliebe und Scham zum Beispiel ein paar Seiten weiter mit Vergleichen aus Reality-TV Sendungen, bei welchen sie fast schon frustriert über die dortig beinahe komplett entkleideten Darsteller herzieht. Ein ganz klares No-Go für mich!

Positiv aufgefallen ist mir:

Das die Autorin nicht nur über ihre eigenen Erfahrungen und Meinungen gesprochen, sondern auch verschiedene Experten sowie Kollegen aus dem Komiker-Beruf mit ins Boot geholt und zu diesem Thema interviewt hat.

Gerade den Interview-Auftritt von Herr Dr. Zorawski empfand ich als sehr aufschlussreich, der das Buch mit seiner Expertise zum Großteil begleitet hat und unterschiedlichste Themen wie zum Beispiel Schamresilienz und Schadenfreude aus einer therapeutischen Perspektive beleuchtet. Dies hat für mich den Buchinhalt deutlich aufgewertet und auch Aussagen von der Autorin, die mir nicht so gut gefallen haben, in den Hintergrund gerückt. Erwähnenswert sind auch die beiden Heilpraktikerinnen Sabine Bergmann und Katharina Schacht, welche die Autorin zum Thema Achtsamkeit interviewt hat. Auch hier konnte ich einiges neues lernen, was ich sehr schön fand.

Fazit:

Das Buch von Käthe Lachmann handelt von einem Thema, dass mir als sehr sensible und introvertierte Person sehr am Herzen liegt. Ich weiß wie selbstkritisch wir introvertierte Menschen sein können und wie stark das unseren Alltag beeinflusst, daher war ich von dem Titel des Buches und der Inhaltsangabe auf dem Buchrücken erst einmal sehr begeistert.

Nach dem Beenden des Titels hatte ich jedoch mehr Verwirrung im Kopf und Wut im Bauch, als ich dachte nach dem Lesen eines Buches jemals haben zu können und ich habe mich an vielen Stellen gefragt, ob die Autorin ihre “lustigen” Bemerkungen wirklich ernst meint.

Ja, es sind durchaus einige schöne und wichtige Botschaften darin enthalten und ich finde auch immer noch, dass die Interviews mit den obig genannten Gästen sehr wertvoll waren und auch lesenswert! Allerdings macht das alleine dieses Buch für mich zu keiner Pflichtlektüre für all diejenigen, die lernen möchten mit ihren eigenen Schwächen besser umzugehen. Daher ist das Buch zwar in Ordnung, aber leider keine Empfehlung meinerseits.

Sterne: 2 von 5

Gleich bestellen & selbst lesen:

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Hier kannst du eine kostenfreie Leseprobe des Buches als PDF herunterladen: https://www.gu.de/?wpdmdl=158482


Rezensionsexemplar. Dieses Buch wurde mir vom Gräfe und Unzer Verlag kostenfrei zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt.

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